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Bin ich froh, dass es existiert?

20. Aug.
1 Min. Lesezeit

„Bin ich froh, dass es existiert?“ 

Viele kreative Menschen haben Angst, Dinge zu kreieren oder zu veröffentlichen, weil sie Sorge davor haben, nicht gut anzukommen.

Ich kann das gut nachvollziehen - dennoch habe ich in meiner künstlerischen Tätigkeit nie danach geschaut, ob ich gut ankomme. Gefühlt als einziger Mensch auf der ganzen Welt empfand ich diesen Tanz ums Beliebtsein als moralisch verwerflich. 


Und ich bin lieber allein, als mit vielen Leuten, die eine Version von mir mögen, mit der ich eigentlich nicht viel gemeinsam habe. 


In meiner Schulzeit wurde mein Ruf stark beschädigt, man projizierte ganz fürchterliche Dinge in meine Person hinein (die überhaupt nichts mit mir zu tun hatten), und missbrauchte meinen Namen, um damit seine erfundenen Geschichten aufzublasen. 


Ich weiß, dass Beliebtheit oder Unbeliebtheit selten etwas auszusagen hat. 

Vieles sind einfach nur Projektionen - und offenbaren mehr über den Projizierenden als über die Projektionsfläche. 


Viele Menschen erreichen äußerlich viel und innerlich gar nichts. 


Deshalb frage ich mich immer, wenn ich etwas Kreatives erschaffe: „Bin ich froh, dass es existiert?“ (Oder eben: „Wäre ich froh, wenn…“)


Das ist das Einzige, das zählt. 

Und deshalb sollte man sich viel eher erlauben, zu „scheitern“ (was auch immer das bedeuten mag…) oder Fehler zu machen, als aus Angst vor dem urteilenden Blick anderer, nie irgendwas mit seinen Talenten anzustellen. 


Lilith

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