Wie bei Oma
Wer wünscht es sich nicht: eine liebevolle Kindheit, umhütet von den eigenen Großeltern, die einem jeden Wunsch von den Augen ablesen.
Die Magie der Kindheit.
Wiegend im Hin und Her der umhüllenden Arme der Großmutter.
Ummantelt von der Geborgenheit des leckeren Duftes aus der Küche.
Umsorgt von warmer Milch mit Honig, mit warmem, frischgebackenem Apfelkuchen. Jeder Apfel ein Produkt aus Opas eigenem, liebevoll gehegtem Garten.
Umgeben von einem hölzernen Geruch aus Schutz.
Altes, knarzendes Holz. Pinien auf der Bettwäsche. Lavendel im Schrank. Ausgeblasener Kerzenduft am Abend. Der Schmorbraten im Ofen.
Die Ruhe.
Die Liebe in ihrer materiellen Form.
Wie sie dich umschirmt und umgibt.
Wie sie um dich lebt.

Ja, jeder von uns wünscht sich so ein Zuhause.
Wie bei einer Großmutter in der heimeligen Holzhütte. Behütet von warmen, alten Händen, die einen durchs Leben tragen.
Hatte man solche Großeltern?
Die wenigsten.
Hatte man so ein Zuhause?
Nur in Ausnahmefällen.
Aber heute kommt die gute Nachricht.
Du kannst dir nämlich mit viel Achtsamkeit und Hingabe selbst so ein Zuhause erschaffen.
Du kannst dir selbst die Oma sein mit dem süßen Duft nach frischgebackenem Kuchen und einer großen, heißen Tasse voll mit frischem Pfefferminztee. Mit Pfefferminze aus dem Garten.
Oder vom Balkon.
ODER AUS DEM SUPERMARKT, WHO CARES.
Die Energie dahinter - diese Liebeswonne gepaart mit aktiver Tätigkeit, der tatkräftigen Fürsorge - das kannst du alles selbst erschaffen. Dafür brauchst du nur dich und eine gute Portion Tatendrang.
Die Portion Tatendrang bekommst du bei mir.
Denn auch wenn die Welt ein oftmals eher düsterer, dunkler Ort ist, kannst du dich ja doch als materialisierte Liebe in diese Welt hineininvestieren, und für andere Menschen Sorge tragen. (Selbst wenn dieser Mensch erst einmal nur du selbst bist.)
Also krempeln wir die Ärmel hoch, und packen das liebe Zuhause an den Hörnern. Ein wohligsüß duftendes, umsorgendes Zuhause kommt nämlich nicht von Einfach-so und Mal-sehen. Es kommt von DEINER INITIATIVE.
Jemand muss schließlich backen, einpflanzen, sich kümmern, und die Milch warm machen. Die hübsche Tasse einkaufen. Die Bettwäsche mit Zirbenduft aus den Alpen besprühen, das Zuhause sauber halten (in einer dreckigen Umgebung lebt es sich schließlich schlecht, das spürt jeder, oder?). Das Zuhause hegen und pflegen, und dann die Menschen umsorgen.
Beziehungen pflegen wie einen Garten, indem es gedeihen und wachsen soll.
Und das auch dann, wenn man nicht viel zurück bekommt (du bist ja schließlich die Oma. Nehmen sollen die anderen).
Also auf gehts! Schmeiß dich mit Tatkraft in die Fürsorge!
Ein sauberes Zuhause.
Ich weiß, dass man - vor allem wenn man Kinder hat - wirklich nicht sehr viel Zeit zum Saubermachen übrig hat. Man muss selbst arbeiten, die Kinder zur Kita oder Schule bringen und wieder abholen, zum Ballett fahren, einkaufen, Arzttermine, das Essen vorbereiten und so weiter und so fort.
Dass das Putzen im eigenen Zuhause (und im Auto erst recht) dabei auf der Strecke bleibt, ist völlig verständlich. Schließlich ist man auch noch krank und muss sich ausruhen.
Dennoch bin ich der Meinung, dass man auch dann noch mehr aus seiner Putzroutine rausholen kann, wenn man den 10. Kitakeim Zuhause am Start hat. Unser Leben ist überfordernd, ja. Ein bisschen mehr Investment macht die Überforderung aber am Ende des Tages WENIGER, und nicht mehr.
Nach diesem Prinzip lebe ich tatsächlich bereits seit Jahren: Wenn ich merke, dass ich sehr müde bin, mich eigentlich mal hinlegen und ausruhen müsste, und dennoch zig weitere To Dos zutun habe (darunter aufräumen und das Essen vorbereiten), dann denke ich mir jedes Mal:
„Ok, Lilith. Du kannst dich gleich ausruhen. Aber vorher musst du noch alles Wichtige erledigen. DAMIT du dich WIRKLICH ausruhen kannst.“
Denn sonst ist das Ruhen auf dem Sofa zwischen all den (erneut) liegengebliebenen Aufgaben nur ein Erschöpftsein, in das man immer weiter einsinkt. Der Stress wächst einem mit den Müllbergen über den Kopf.
Ich weiß, dass der Trend in den sozialen Medien dir gerade das Gegenteil sagen will, aber ich möchte, dass es dir wirklich besser geht, also sage ich dir: Mach ein bisschen mehr.
Bring noch den Müll raus.
Putz den Boden.
Bereite die Brotdose vor.
Und DANN kannst du dich wirklich ausruhen.
In einem sauberen, schön vorbereiteten Zuhause.
(Dass dann nicht unbedingt alles - und zu jeder Zeit - blitzblank geputzt und vorbereitet ist, ist natürlich klar. Das meine ich nicht. Ich meine eher ein lockeres "Komm, das machen wir auch noch", und keinen Extradruck oder schlechtes Gewissen. Ich möchte, dass die Überforderung kleiner wird, nicht mehr.)
Mit Gerüchen fängt der Zauber an.
Du hast ein sauberes Zuhause. Super. (Für die mit kleinen Kindern unter uns: Du hast BEINAHE für ein paar Sekunden ein sauberes Zuhause.)
Aber für den Oma-Vibe, für die liebevolle Umsorge, brauchst du DÜFTE.




Der Duft einer minzigen, leicht brennenden Erkältungssalbe, die du deinem Kind (oder dir selbst) abends vor dem Schlafengehen auf der Brust verteilst.
Der Geruch von blumigem Lavendel, der in kleinen liebevoll zugeschnürten Säckchen im Kleiderschrank liegt, und einen grüßend empfängt, wenn man seinen Pullover herausholt.
Der säuerlich, brotige Duft von Hefeteig auf der Arbeitsplatte.
Oder die frischen Blumen auf dem Tisch.
Die Seife aus Rosen und Zitronen im Badezimmer, auf deren Geruch du dich ab jetzt immer so freuen wirst.
Düfte sind die Erinnerungen unserer Kindheit, und wenn du das bewusst einsetzt, dann kreierst du eine Duftwolke der Fürsorge in deinem liebevoll gestalteten Zuhause.
Investiere Zeit und Energie in deine Umgebung.
Ich wollte letztens einen Kaufmannsladen für meinen Sohn kaufen.
Leider fand ich all die Exemplare, die es fertig zu kaufen gab, semi schön. Teuer, klein und mit wenig Details.
Aber die Liebe… liegt in den Details.
Also googelte ich „DIY Kaufmannsladen“ und stieß auf ein YouTube Video von einem Pärchen, das zeigte, wie man mit Säge, Schleifgerät und Holzplatten selbst eine Mischung aus einer Kinderküche und einem Kaufmannsladen - der Kaufmannsküche - kreierte.
Zwar hatte ich weder einen Bohrer noch jemals einen Akkuschrauber in der Hand, und doch war ich Feuer und Flamme.
Ich wollte so eine Küche.
Mit genau so viel Investment: Kenntnisse erweitern, sich einlesen, Geräte besorgen, Material kaufen, alles zusammenzimmern.
Und dann kleine Bilder gestalten mit erfundenen Kaufpreisen. Kleine Kaufmannstüten. Meine Kreativität fing gerade erst an.
Sooo viele Ideen.
Sooo viel Zeit und Energie! Für… einen Kinderkaufmannsladen?
Den ich auch einfach so - in einer günstigeren und leichteren - Version einfach irgendwo kaufen könnte?
Ja, die Schönheit liegt im Detail - und das ist Arbeit.
Du musst dich aktiv hinsetzen, überlegen, auswählen, dich festlegen können, und dann auch noch Geld und Zeit investieren, um schöne Dinge zu haben.
Es braucht Zeit und Geld und Kraft.
Es braucht ein Stück deiner Mühe. Dig in, in the rabbit hole, mach dir die Arbeit.
Wir sind es so gewohnt, dass alles schnell, schnell, schnell gehen muss.
Tausend Dinge im Kopf, alles möglichst günstig und rasch erledigt. Fertig, weiter.
Aber was ist, wenn ich dir sage, dass die besonders schönen Dinge eben nicht schnell und billig funktionieren KÖNNEN?
Dass es einfach nicht möglich ist, etwas Teures durch etwas Billiges zu ersetzen, ohne das Teure dabei zu verlieren?
Du musst dich schon investieren, damit du am Ende etwas Schönes hast.
Sonst ist das alles wenig wert.
Und sieht aus… wie Ikea.
Pflege deine Beziehungen.
Beziehungen erwirtschaften kein Geld (echte Beziehungen sind zumindest nicht darauf ausgelegt), und haben deshalb im Kapitalismus keine hohe Priorität.
Aber Beziehungen sind die Basis deines Lebens.
Ich weiß, wir alle wünschen uns ein Geben und Nehmen.
Dass andere Menschen sich genauso viel Mühe geben, uns anrufen, sich einsetzen, uns nie enttäuschen, und immer zu uns halten.
Aber die Wahrheit ist: Die meisten Menschen machen lauter Fehler, sind nicht immer zuverlässig und drehen sich um ihre eigenen 99 problems.
Wer echte Liebe sucht, findet sie meist nur bei Blutsverwandtschaft.
Aber nicht so bei dir.
Du bist EIN ENGEL AUF ERDEN.
Du bist materialisierte Liebesenergie - und kein egogetriebenes Produkt deiner Umgebung.
Du pflegst, und hegst, und gießt, wo es trocken ist, trocknest, wo es fließt, gibst, wo nichts mehr zu geben ist, und bist da, wenn man jemanden an seiner Seite braucht.
Du bist nicht wie die anderen.
Du bist die Oma, bei der man ankommt.
Du bist das Zuhause, das sich alle wünschen.
Also gib die Liebe aus deinen Händen.
Herzlichst
eure Pathos-Lilith




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