Vorsätze für das Jahr 2026
- Lilith Sander

- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Die klassischen Vorsätze begrenzen sich häufig auf Selbstoptimierung und Frust.
Ich bin nicht gut genug, ich bin nicht schön genug. Ich muss mich ändern.
Man kann jedoch abseits von Selbsthass und Optimierungswahn sehr wohl sein Leben in die Hand nehmen und neue Entscheidungen treffen.
Frische Entscheidungen.
Entscheidungen, die dein Leben zum Guten wenden.
Abgesehen von Demotivation und Resignation, gibt es noch einen viel besseren Weg, sich ändern zu wollen: Und der geht über… pure Freude am eigenen Leben.

Ich zum Beispiel schöpfe meine Motivation aus unabhängiger, intrinsisch motivierter, nicht versiegender Lebensfreude.
Und deshalb will ich MEHR.
Ich will WEITER.
Weil ich weiter kommen KANN.
Ich habe KRAFT dazu (sehr viel Kraft!).
Ich will mein Leben ANPACKEN.
Und dann gehe ich mit dieser Energie in meinen Alltag, freue mich über die Menschen in meiner Umgebung, lerne sehr viel und sehr gerne (und das auch noch freiwillig), mache Ballett, betreibe einen Blog, schieße nebenbei ein paar Fotos, drehe unzählige Videos (die eh niemanden interessieren, aber es macht mir so Freude wuhuuuu), sitze am Klavier, lerne Französisch, Russisch und Englisch (ach, und italienisch will ich doch auch noch!), und habe noch so viel mehr Ideen und Pläne.
Das passt natürlich alles gar nicht in meinen Tag, aber das ist mir nicht so wichtig.
Verstehst du - die einen machen es frustriert. „Ich bin nicht gut genug. Ich muss noch…“, aber man kann es auch aus simpler Liebe zum Leben machen.
Und deshalb schreibe ich dir heute meine Vorsätze für das neue Jahr auf.
Denn mir geht es nicht um „Selbstoptimierung“, sondern um den Ausdruck meiner Person.
Lebensfreude möchte sich ausdrücken. Ganz real, ganz materiell und rein äußerlich.

Ich möchte wieder viel mehr meditieren.
Meditation ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um sich selbst (und seine komplette Gefühlswelt) regulieren zu können.
Wir wissen, dass Zahnbelag bereits nach einem Tag entsteht, dass man aus dem Mund unangenehm riecht, wenn man sich morgens noch nicht die Zähne geputzt hat, und dass es dafür einfach nur einen unspektakulären Gang ins Badezimmer braucht.
Man muss sich die Zähne halt täglich - und zwar mehrmals - putzen, sonst legt sich der Dreck ab. Völlig logisch und banal. Da regt sich keiner darüber auf („Warum ist immer und immer wieder Zahnbelag auf meinen Zähnen!!! Immer trifft es mich!“).
Warum wundert man sich dann, wenn sich - logischerweise - wieder etwas Belag auf die Psyche abgesetzt hat?
Vermutlich weil man es nicht sehen und anfassen, und leider auch nicht riechen, kann. Aber es ist da.
Meditation ist eine kurze, intensive, sehr wohltuende Reinigung deines Innenlebens.
Ich werde bestimmt noch mehr dazu schreiben, aber so viel sei gesagt: Sie wird weit unterschätzt, und weil sich sehr viele Menschen nie die Zeit dafür nehmen, stinken sie auch zum Himmel…. ;).
Also: Wer nicht stinken will, muss putzen.
Ich möchte mich mehr um andere Menschen kümmern.
Nicht falsch verstehen: Ich kümmere mich die ganze Zeit bereits um "andere" Menschen, die sich meine Familie nennen. Aber ich möchte mehr - weil ich mehr kann!
Ich kann mich noch mehr um andere kümmern, ohne mich aufzuopfern, weil ich einfach viel mehr Ressourcen habe. Vielleicht habe ich wenig Zeit, beruflichen Druck, finanzielle Verantwortung, stressige Kollegen und ein paar Arzttermin zwischendrin. Vielleicht fordert mein Kind mich auch ab und zu mit ungefähr 20 Wutanfällen am Tag heraus. Nur mal so, eventuell ;).
Aber ich habe dennoch weiterhin Kapazität.
Weil ich eine starke Person bin.
Weil ich das so möchte.
Und deshalb kann ich mich noch MEHR um Geschenke für andere kümmern. Ich kann mir vornehmen, keine Geburtstage mehr zu vergessen, mich noch mehr zu bemühen, anderen eine Freude machen, gutmütig sein, Dinge nicht so übel zu nehmen, und...
... und das führt mich zum nächsten Punkt: Ich möchte mich in Sanftmut üben.
Sanftmütigkeit - was heißt das überhaupt?
Sanftmut bedeutet, dass man auf herausfordernde Situationen oder Konflikte nicht jähzornig und aggressiv reagiert, sondern wohlwollend.
Mitfühlend.
Wertschätzend (auch wenn man dem anderen am liebsten... ihr wisst ;) ).
Wertschätzend mit anderen Menschen umzugehen, wenn sie einem Unrecht tun, ist natürlich nicht einfach. Und ich meine auch nicht, dass man dem nicht Einhalt gebieten sollte. Selbstverständlich sollte man Grenzen setzen, besonders wenn andere aus deiner "Gutmütigkeit" Profit schlagen.
Aber ich möchte beides: Grenzen setzen UND innerlich sanft bleiben.
Besonders in alltäglichen Situationen, wenn man eh bereits gestresst ist, einen anstrengenden Arbeitsalltag hatte und dann auch noch das Kind quengelt - dann läuft man schnell Gefahr, voreilig auf simple Alltagsherausforderungen zornig zu reagieren, und damit kann man anderen Menschen schnell schaden. Und das möchte ich nicht.
Ich möchte nicht zornig und gestresst sein, auch wenn ich fünf sehr gute Gründe dafür habe.
Ich möchte in mir ruhen.
Und diesen Vorsatz möchte ich dieses Jahr noch viel mehr ausleben.
Frisches Obst und Gemüse auf dem Markt kaufen.
Ich liebe Märkte! Leider habe ich manchmal ein paar Hemmungen mit den Menschen, die dort arbeiten, zu reden. Wirklich, ich bin eher eine introvertierte Person, auch wenn das die wenigsten von mir denken würden.
Ich bin einfach ein echter Millenial. Telefonieren tue ich auch nicht sehr gerne :).
Aber es nützt ja alles nichts.
Ich sehe mich bereits flanierend durch die engen Marktstände, mich unterhaltend mit den Verkäufern, und einen vollen, bunten Korb mit allerlei Gemüse und Obst in den Händen.
Das ist wahrer Luxus für mich!
Sauberkeit im Haus
Ich liebe es, in einem sauberen, ordentlichen Zuhause zu leben!
Auch wenn ich eher ein wenig chaotisch bin - ich meine, ich habe ungefähr 3 stille Diener, naja, was solls - brauche ich dennoch ein gewisses Maß an Sauberkeit, damit ich mich wirklich wohl fühle.
Als berufstätige Mutter habe ich dafür nicht viel Zeit - und deshalb muss ich es in meinen Alltag integrieren, ohne dass ich es merke ;).
Dafür habe ich mir überlegt, zum Beispiel im Badezimmer am Waschbecken immer ein Tuch und Putzmittel zu deponieren, und dann kurzerhand nach dem abendlichen Zähneputzen ein Mal drüber zu wischen. Dafür habe ich mir ein Putzmittel selbst zusammengestellt, damit es mit Kind im Haus sicherer ist und ich keine aggressiven Chemikalien in Schubladen deponiert habe. Außerdem ist es eh besser für die Umwelt - und auch für eine erwachsene Person, die das Zeug im Gegensatz zu einem Kind nicht gerne freiwillig trinken würde - ist es gesünder, keine giftigen Chemikalien beim Saubermachen einzuatmen. Dafür hatte ich mir das Buch "5 Hausmittel ersetzen eine Drogerie" gekauft, und habe bereits mein erstes, eigenes Putzmittel in der Küche hergestellt.
Ich habe mich dabei gefühlt, wie im Labor, und liebe mein selbstgekochtes Putzspray mit gesundem Lavendelduft jetzt schon sehr. Da freut man sich aufs Putzen, kaum zu glauben!
Wobei Putzen für mich auch etwas Meditatives hat und ich es ohnehin gerne tue.
Das Beispiel verdeutlicht auf jeden Fall, dass ich mir mehr 5-Minuten-Zeiträume freischaufeln möchte, als ganze Putz-Sessions. Ich möchte lieber täglich kurzerhand ein Mal über das Waschbecken wischen, als mir 30 Minuten für das ganze Badezimmer freiräumen.
Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr klappen wird.
Part of The British Royal Family
Ich habe es euch noch nie verraten, aber insgeheim bin ich Mitglied der royalen Familie in Großbritannien.
Wirklich!
Also, innerlich.
Also so, vom Gefühl her.
Und weil ich eigentlich eine königliche Hoheit bin, die ihren Afternoon Tea mit Shortbread zu sich nimmt, möchte ich viel mehr in dieser inneren Gefühlswelt leben. Bevor man mich nun für verrückt erklärt: Ich rede von einer inneren Ruhe.
Einer inneren Hoheit - einer Entschiedenheit, einer ERHABENHEIT.
Ich möchte mich nicht aus der Ruhe bringen lassen (siehe meinen 3. Punkt), sondern selbst über mein Innenleben entscheiden. Ich finde, ich meistere das bereits schon sehr gut, und möchte es weiterhin so umsetzen.
"Wer mich nervt, entscheide immer noch ich." (Kinski)
Und mich nervt niemand ohne mein inneres Zugeständnis.
Lieber erhaben und königlich distanziert sein, als sich den ganzen Tag lang zu beschweren (wie schlimm die Kollegen, die Politik mal wieder und die Finanzen...).
Ich darf einfach Freude haben.
Und dabei Tee trinken.
Mehr Französisch und Russisch.

J'ai étudié à Paris et j'aimerais désormais perfectionner mon français afin de pouvoir parler couramment.
Ihr seht bereits: Ich will wieder mehr auf Französisch und auch auf Russisch sprechen.
Russisch ist meine erste Muttersprache (was man mittlerweile jedoch überhaupt nicht mehr bemerkt - aber ich habe die ersten Lebensjahre tatsächlich nur Russisch gekannt und deshalb auch gesprochen), während ich französisch durch mein Semester an der Sorbonne Université in Paris gelernt habe.
Mehrere Sprachen machen mehrere Persönlichkeiten, so zumindest ein arabisches Sprichtwort, und ich möchte meine Sprachkenntnisse wieder auf fluent bringen (damit meine ganzen Persönlichkeiten endlich wieder miteinander reden können, haha).
Allez hop!
Wie ihr seht, grundsätzlich ist mir viel wichtiger, wie ich mich fühle, dass ich meinen Alltag erfreulich gestalte und mich Druck und Stress erfolgreich entziehe.
Ob ich dabei tatsächlich auch nach Außen hin irgendwas Erfolgreiches anstelle, irgendwer mich versteht oder ich irgendwas präsentieren kann... das ist mir tatsächlich alles nicht so wichtig.
Ich freue mich auf ein schönes, buntes, erfreuliches Jahr 2026 mit euch!
Eure Lilith











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