Weihnachten, ick hör dir trapsen
- Lilith Sander

- 19. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Weihnachten steht vor der Tür!
Und weil der November vergleichsweise noch sehr besinnlich (weil unweihnachtlich) ist, eignet er sich wunderbar für alle Weihnachtsvorbereitungen, die man in Ruhe und Muße zuhause erledigen kann - bevor dann der echte Weihnachtsstress im Dezember losgeht. Wie schön! Vorfreude pur.


Denn wenn man es ganz clever anstellt, dann schafft man es, alles so weit zum Dezember vorbereitet zu haben, dass man dann nicht mehr so viel machen und unternehmen muss. Und somit, ganz eventuell, wenn man dann die hetzenden Menschenmassen und gestressten Gesichter um sich herum mal außer Acht lässt, eine besinnliche Weihnachts- und Adventszeit hat.
Ich kann jedoch für nichts garantieren - Weihnachten ist der Endgegner, wenn es um Stress und Eile geht. Genaugenommen ist der Begriff "Weihnachtszeit" wohl mittlerweile das Atonym zu "Besinnlichkeit".
Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt und deshalb stecken wir noch lange den Kopf nicht in den Sand. Wir versuchen weiterhin unser Bestes.
Denn vielleicht...
....schafft man es ja...
... eine wunderschöne, feierliche, ja eventuelle sogar heilige Atmosphäre in den Adventswochen zu erleben.
Und das könnte folgenderweise klappen:
An oberster Stelle stehen dabei natürlich die Dinge, die eh im November vorbereitet werden müssen.
Adventskranz und Adventskalender
Zu allem lasse sich von vornherein gesagt sein: Man kann auch alles kaufen.
Wenn es einem zu viel Arbeit ist, man eh nicht so viel Zeit zur Verfügung hat und vor allen Dingen auch gar keine Lust, dann kann man alles auch kurzerhand kaufen.

Ich für meinen Teil habe tatsächlich nicht so viel Zeit. Aber ich habe Lust!
Also versuche ich dennoch, so gut es geht alles selbst zu machen. Denn wie schön ist ein weihnachtlich dekoriertes Haus, ein selbstgemachter Adventskranz, für den man sich auf Pinterest vorher hat inspirieren lassen, oder ein liebevoll ausgesuchter Adventskalender.
Für unseren Adventskranz habe ich mir dieses Jahr das Thema „Wild und Wald“ überlegt.
Bedeutet, ich suche mir ein paar hübsche Waldtierfiguren und Miniatur-Plastiktannen und stelle sie dicht beieinander um eine dicke runde, weiße Kerze. Ein bisschen weniger Weihnachtsschmuck, dafür sattes Grün und üppige Waldlandschaft.

Den Adventskalender kaufen wir dafür aber. ;)
Da es noch keine Schokolade für den Kleinen gibt, gibt es kleine Pixibücher an jedem Tag. Wie nett!
Geschenke
Und damit meine ich ausnahmslos ALLE Geschenke für Heiligabend.
Glaub mir, es gibt nichts stressigeres als mitten im Weihnachtstrubel Geschenke einkaufen zu müssen. Am besten noch am 23. Dezember.
Weil wir das aber zu verhindern wissen, schreiben wir uns einfach einmal jeden zu Beschenkenden auf, notieren unsere Geschenkidee daneben und schicken eine Sammelbestellung los. Oder wir gehen an einem entspannten Novembernachmittag in die Innenstadt und erledigen unsere Geschenke-Besorgungen.
Und danach - Achtung - werden wir die Geschenke auch noch direkt einpacken! Dieser Schritt ist ganz, ganz wichtig, denn wer das einfach auf später verschiebt, der wird am 23. Dezember schnell noch alle Geschenke einpacken wollen und sich im größten Weihnachtsstress wiederfinden. Anfängerfehler! Und sehr leicht vermeidbar.
Auf den Einkaufszettel gehören also nicht nur sämtliche Geschenke, sondern auch das Geschenkpapier!
Und wer sich bei Geschenken noch unsicher ist, der kann sich ja mal auf Etsy inspirieren lassen. Ein paar personalisierte Kleinigkeiten sind immer eine gute Idee, wie ich finde.
Ein Frühstückbrettchen mit dem eigenen Namen darauf, zum Beispiel.
Oder ein Fotokalender.
Oder etwas Selbstgemachtes: selbst gebrannte Mandeln zum Beispiel.
Oder Pralinen.
Oder ein Gutschein für einen gemeinsamen Brunch im Januar.
Oder oder oder…
Und wenn es nur eine einfallslose Tasse mit Schriftzug in einem Duschgel-Geschenkepaket von dm ist. Egal, hauptsache gekauft und abgehakt!

Vorbereitungen fürs Plätzchen Backen
Vorbereitungen fürs Plätzchen backen?
Wie soll das gehen?
Ganz einfach: Du machst den Teig und frierst ihn dann ein.
Das ist besonders praktisch, da man an Weihnachten meistens eine Auswahl an Plätzchen backen möchte und solche Backsessions dann rasch in eine allseits bekannte „Weihnachtsbäckerei mit dem Knilch, der Mehl und Milch rumgeschüttet hat“ ausarten.
Nimm dir einfach einen Nachmittag lang Zeit, misch die verschiedenen Teige zusammen, und frier sie dann am Ende des Tages einfach ein. Dann hast du dir schon einmal die halbe Arbeit vorbereitet und bestimmt weniger Stress, wenn es dann wirklich Ernst wird mit dem weihnachtlichen Plätzchen-Wahnsinn.
Weihnachtsdeko
Am einfachsten ist es ja, wenn man die Weihnachtsdeko ohnehin bereits im Keller in einem Karton zusammengelegt hat und sie einfach nur auspacken und aufstellen muss.
Bei mir ist das leider nicht so.
Ich habe ein paar Gegenstände, aber es reicht noch nicht.
Noch laaaange nicht, haha.
Also auch hier: Lieber man erledigt seine Einkäufe einfach schnell im November, überlegt sich kurz vorher, was man sich so ungefähr vorstellt (Girlanden an den Treppen, ein Türkranz und hübsche Dekoration an den Fenstern) und kauft sie dann ein.
Fertig.



Weihnachtsdüfte
Jaaaa, dieser Aspekt verdient einen eigenen Punkt.
Weihnachten hat so, so viel mit Gerüchen zutun!
Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen aus dem Ofen.
Von ausgeblasenen Kerzen am Abend.
Von Tannenzweigen im ganzen Haus.
Von Weihrauch und Myrrhe.
Mir persönlich ist es nicht allzu wichtig, wie schön etwas letztlich aussieht (wobei es mir schon auch wichtig ist, wenn ich gerade so überlege…), aber noch viel wichtiger ist mir, nach was es riecht!
Ich würde mir deshalb keinen Tannenbaum aus Plastik kaufen, weil er einfach nicht so schön riecht wie ein echter Baum.
Die schönsten Kindheitserinnerungen sind doch die, die man mit einem bestimmten Geruch verbindet. Der weihnachtliche Morgen, der nach Plätzchen aus der Küche duftet. Das heiße Glühweinglas, aus dem der würzige Dampf direkt in deine Nase steigt, gepaart mit der süßen Luft gebrannter Mandeln, oder der dichte Geruch nach Weihrauch, der, umgeben von felsenfesten Gemäuern, in und um Kirchen herum auf dich wartet.
Draußen rieselt leise der Schnee, innen knistert heimelig das Kaminfeuer - oder war es die Duftkerze, die nach Kaminfeuer riecht? - man schält Mandarinen und Nüsse, knabbert am Weihnachtsmann, und erfreut sich am wohligen Licht in der dunklen Jahreszeit.
Das Schönste an Weihnachten - das, das dich in diesen Kindheitszauber zurückversetzt, das sind die Gerüche.
Also achte besonders auf den Duft, den du dir ins Haus holst.
Weihnachtsshooting
Und denkt an das Weihnachtsshooting, Leute!!!1!
Ich finde, ein Familienweihnachtsbild, indem jeder einen unterschiedlichen, durchaus kitschigen Weihnachtspullover an hat, ist Weihnachtskultur-Pflicht.
Und das Bild dann auf einer Karte, die man an jeden im engen und weiten Familien- und Bekanntenkreis verschickt, damit man sich alle Jahre wieder mit einem papierlichen Gruß blicken lässt, um dann erneut bis zum nächsten Jahr ins weite Nirwana zu verschwinden (ähnlich wie der Weihnachtsmann, also wie schlimm kann das schon sein?!) gehört genauso zur Amthandlung eines jeden Weihnachts-Bürgers.
Der Weihnachtsblues
Und noch eine Sache möchte ich am Ende loswerden.
Wer ihn nicht kennt, der lebt nicht auf diesem Planeten oder hat noch nie Bekanntschaft mit einer christlichen Kultur gemacht. Aber der Weihnachtsblues, der wird sicherlich auch bei dir irgendwann Halt machen.
Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem du erkennst, dass du mit der Supermarkt-Werbung leider nicht mithalten kannst. Denn für das ganze Glitzer hattest du kein Geld, der Weihnachtsbaum fehlt, das große Plätzchenbacken musste dieses Jahr auch ausfallen und naja, eine Familie, die hast du leider auch nicht.
Also auch keine kitschige Weihnachtskarte mit Familienfoto - und das, obwohl es doch die wichtigste Amthandlung eines jeden Weihnachts-Bürgers ist, du erinnerst dich?
Und bevor du der traurigste Mensch auf Erden wirst, liest du lieber mal meinen Beitrag von letztem Jahr.
Und dann jagst du jeden Zweifel und Frust, jede Trauer und Wut, alles, was dich immer so derbe runterzieht, einfach mal weg.
Denn nein, du bist nicht der bemitleidenswerteste Mensch auf der Welt.
Es geht fast jedem Menschen so - wirklich!
Die Werbung lügt.
Lass dir dein Weihnachten nicht stehlen.
Und am besten machst du das, wenn du nicht auf die perfekten Rahmenbedingungen wartest, sondern das Fest selbst in die Hand nimmst.
Und am besten geht das mit Schokolade, Tannenduft (einen Zweig kann man sich immer ins Haus holen) und einer laut aufgedrehten Mariah Carey. Kannst mir nicht erzählen, dass du das nicht könntest - zu Mariah Carey tanzen?! Sie kommt jedes Jahr nicht umsonst wie Venus aus den weiten des Ozeans mit All I Want For Christmas zurück.
Also bitte!
Euer Weihnachtself Lilith






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